Der Chagapilz
Der Chaga Pilz gehört insbesondere im nordöstlichen Europa von Finnland bis Sibirien seit Menschengedenken zu den wirkungsvollsten Heilpilzen überhaupt. Parasitär schmarotzend ist der Chaga vorwiegend an Birken als Wirtsbaum, welche sich an feuchten Standorten etablieren konnten zu finden. Birken gehören in der Pflanzenwelt zu den sogenannten Pionierpflanzen und insbesondere der Chaga-Pilz oder z.B. auch der Birkenporling, gelten als außerordentlich potente und wirkungsvolle Heilpilze.
Impfverfahren zum Züchten von Chaga auf lebenden Birken
Die Lebenszeit einer Birke als sogenannte Pionierbaumart beträgt maximal 120 Jahre. Bezogen auf die noch geringere durchschnittliche Lebenserwartung einer Birke von 30-50 Jahren, macht das Chaga züchten auf älteren Birken mit einem Stammdurchmesser von über 20 cm und einem daraus resultierenden Baumalter von ca. 20-30 Jahren eher wenig Sinn, da der Chaga-Pilz 5-10 Jahre Wachstumszeit benötigt, um einen optimalen Pilzertrag zu erbringen.
Da der Chaga ein Schmarotzer-Pilz ist, welcher die Pflanzensäfte der Birke für sein Wachstum nutzt, den Baum aber so lange am Leben erhält bis der Chagapilz bzw. der Fruchtkörper des Chagapilzes teilweise eine beachtliche Größe von bis zu 50 cm und mehr erreicht hat, ist zum Züchten von Chagapilzen bzw. Beimpfen einer Birke nur einen Impfdübel pro Birke empfehlenswert, damit der Baum nicht zu stark durch den Chaga Pilz geschwächt wird und vorzeitig abstirbt.
Der angebrachte Chaga Impfdübel sollte ca. 5 mm über die Birkenrinde herausstehen da die Birke vor allem im Frühjahr ständig Birkensaft zum Schutz abgibt und das Chaga Pilzmyzel beim Einwachsen nicht erstickt bzw. ertränkt wird.
Chaga Impfanleitung:
Es wird in Brust bis Augenhöhe ein ca. 35 mm tiefes Loch mit einem Durchmesser von 9 mm in einem leicht geneigten Winkel nach unten angebracht, damit die Pflanzensäfte, welche die Birke abgibt, sicher ablaufen können.
Das Impfloch sollte möglichst nicht tiefer sein als der Chaga-Impfdübel damit die Birke nicht unnötig tief im Holz verletzt wird, wodurch die Gefahr eines Konkurrenz-Pilzbefalls minimiert wird, da über Verunreinigungen durch den Impfvorgang andere Pilzarten wie z.B. der Birkenporling mit eingetragen werden können.
Gelangen diese aber nur im Umfeld des Impfdübels in das Birkenholz werden diese vom Chaga Pilzmyzel und den Birkensäften wirkungsvoll bekämpft.
Der Impfdübel wird nun mit möglichst sauberen Händen oder besser mittels Einweghandschuh der Verpackung entnommen und vorsichtig mit einem Hammer in das Impfloch eingebracht. Bis dieser noch ca. 5 mm über die Rindenoberfläche hinaus aus dem Impfloch hervorschaut was gewährleistet das sich das Chagamyzel mit dem ungehinderten Kontakt zur Außenwelt gut etablieren kann.
2-3 Monate nach dem Beimpfen kann man schon an der Impfstelle um den Chaga-Impfdübel herum durch dunkle Verfärbung bzw. Wucherung erkennen das sich der Chaga an der Birke etabliert hat. Bis sich aber ein erntereifer bzw. lohnenswert großer Chaga gebildet hat, können durchaus 5-10 Jahre vergehen.
Auch gezüchtete Chaga Pilze bzw. dessen Fruchtkörper können über Jahre eine beachtliche Größe erreichen, wenn ihr Wirtsbaum die Birke nicht einem Konkurrenzpilz wie z.B. dem Birkenporling zum Opfer fällt. In der Regel schützt der Chaga seinen Wirtsbaum und somit sich selbst sogar vor Fremdpilzen über viele Jahre hinweg. Hat der Chaga aber ein gewisses Alter erreicht, lässt er den Wirtsbaum absterben, um Sporen auszubilden.
Viel Freude beim Chaga züchten wünscht Pilzmännchen !